Baby

Stillen oder die Flasche? Gute Frage!

Wie oft bekomme ich mit, dass junge Mamas nicht unbedingt stillen möchten, was meiner Meinung nach völlig ok ist. Doch bei manchen führt das zu hämischen Kommentaren oder Blicken. Ist es denn schlimm? Also ich wurde mit der Flasche groß und was soll ich sagen? Es geht mir gut. Doch ich habe das so ähnlich erlebt.

Als ich mit meiner Tochter schwanger wurde war ich neunzehn Jahre, bis dahin hatte ich mir ehrlich gesagt keine Gedanken gemacht, ob ich mal stille wenn ich ein Kind bekomme. Aber je fortgeschrittener die Schwangerschaft war, umso öfter kam die Frage und ich fing an mir meine Gedanken zu machen: Will ich das denn? Aber ja, mein Gefühl sagte mir: Hey probieren geht über studieren. Oft habe ich mitbekommen, dass es in Krankenhäusern so ist, dass die Krankenschwestern alles dran setzen, dass man stillt. Und zwar um jeden Preis. Ich war gespannt und sollte nicht enttäuscht werden. Meine Hebamme war sehr nett damals, sie spürte, dass ich nervös bezüglich des Themas war und beruhigte mich. Sie sagte wenn ich möchte soll ich es versuchen und wenn es nicht klappt, aus welchen Gründen auch immer, oder ich mich nicht wohlfühle dann ist das kein Muss.

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Ich war definitiv beruhigt. Die Geburt stand an und ich bekam eine wunderschöne kleine Tochter, gesund rosig und … HUNGRIG. Also ging es an die erste Mahlzeit als wir auf unserem Zimmer waren. Die Hebamme hatte mich natürlich darüber aufgeklärt, über verschiedene Techniken und Herangehensweisen, aber wir wissen ja alle zwischen Theorie und Praxis liegen manchmal Welten. Die Krankenschwester unterstützte mich mit Feuereifer und dann war es so weit. Ich dachte ich hatte das Schlimmste schon hinter mir, ich kann euch sagen: Nö, definitiv nicht. Waren das Schmerzen, ich heulte und versuchte mich zusammenzureißen, schließlich hieß es ja immer, dass man das Beste für sein Baby will und das ist nun mal die Muttermilch. Aber ach ich kann euch sagen, die Prinzessin kam am ersten Tag alle zwanzig Minuten, ich fragte, ob das normal sei und mir wurde gesagt, dass es das wohl sei. Doch am zweiten Tag wurde es nicht besser, meine Brust war wund und ich musste jedes Mal weinen, wenn die kleine Hunger bekam. Mir wurde gesagt es wird besser und ich müsse da durch.

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Die Krankenschwestern waren ziemlich schroff was das Thema anging. Abends dann konnte ich nicht mehr, ich war verzweifelt und fing an mich zu fragen, ob es nicht sein kann, dass die Maus vielleicht einfach nicht satt wurde. Ich habe darüber gelesen, dass es das auch geben kann, wenn man nicht genügend Muttermilch bildet, aber auch das wurde verneint. Also bat ich abends um ein Flasche, da ich nicht mehr konnte. Aber es wurde, ich sage jetzt mal, abgelehnt. Ich solle doch mal versuchen eine andere Haltung einzunehmen, aber auch das brachte nichts, vor allem nicht gegen die Schmerzen. Am dritten Tag reichte es mir dann, ich war fertig und war mir sicher, dass die Kleine das auch spürte. So hatte ich mir unsere ersten Tage zusammen nicht vorgestellt, dass ich nur weinend da sitze sobald sie Anstalten machte Hunger zu bekommen. Ich verlangte ausdrücklich nach einer Flasche, und habe jegliche weiteren Versuche die sie mir angeboten hatten verweigert. Ich hatte es wirklich versucht, meinem Kind zuliebe und weil ich es auch wirklich wollte, aber es ging einfach nicht.

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Meine Maus bekam dann eine Flasche und siehe da sie schlief anstatt zwanzig Minuten, zwei Stunden durch. Sie wirkte sehr zufrieden und vor allem: SATT. Von diesem Moment an bekam sie dann nur noch die Flasche und ich stillte ab. Bei meinem Sohn versuchte ich es wieder und es hatte besser geklappt, ich habe ihn acht Monate gestillt und es war wirklich schön. Ich habe es genossen, sehr sogar. Ich habe für mich entschieden, wenn es mit dem Stillen klappt wunderbar, doch wenn nicht, dann ist das kein Weltuntergang. Ich finde es wirklich schade wie man versucht die Frauen ein Stück weit da reinzudrängen, so kann man nämlich auch viele abschrecken. Also wenn es mal mit dem Stillen nicht klappt, dann ist das nicht schlimm. Jeder muss seinen eigenen Weg finden, für sich als „Neu-Mama“ und für das Baby. Denn wenn die ersten Tage sich zum Horror entwickeln und man Angst hat, dass Baby könnte gleich wieder Hunger bekommen, dann ist das kein schöner Start, für keinen von beiden.

Lasst euch nicht entmutigen wenn es mal nicht klappt. Auch die Sprüche darüber, lasst es so gut es geht an euch abprallen, denn wir sind Mütter und werden immer das Beste für unsere Kinder tun.

Ich wünsche allen werdenden Mamas einen schönen Start mit ihren Babys.

Alles liebe Marie

 

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2 Kommentare zu „Stillen oder die Flasche? Gute Frage!

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